Dienstag, 19. März 2013

Der angekettete Elefant - Jorge Bucay

Ich habe letztens in einem Post von einer Geschichte geschrieben,mein Therapeut hat sie mir erzählt und irgendwie finde ich sie sehr schön. Und da ich im Moment nicht dazu fähig bin,halbwegs vernünftige Worte zu finden, möchte ich euch diese Geschichte zeigen.
"Als ich klein war, mochte ich den Zirkus sehr. Und was mir am Zirkus am meisten gefiel, waren die Tiere. Am meisten fiel mir der Elefant auf, der von allen Kindern am meisten gemocht wurde. Während der Vorstellung fiel das Tier durch sein ungeheuerliches Gewicht, seine Größe und seine Kraft auf, aber nach dem Auftritt, und kurz bevor er hinter die Bühne ging, wurde der Elefant immer an einen kleinen Holzpflock gebunden. Der Holzpflock war nur ein kleines Stück Holz, das wenige Zentimeter in den Boden reichte, und obwohl die Kette massiv und schwer war, schien es mir eindeutig, dass ein Tier, das mit seiner Kraft ganze Bäume ausriss, sich ohne Schwierigkeiten vom Holzpflock befreien und fliehen könnte! Was hält ihn fest? Warum flieht er nicht?
Mit fünf, sechs Jahren vertraute ich noch der Weisheit der Erwachsenen. Und also fragte ich meinen Lehrer, Onkel und Vater. Einige erklärten mir, dass der Elefant nicht floh, weil er dressiert sei. Meine folgende Frage lag auf der Hand: und wenn er dressiert ist, warum binden sie ihn fest? Ehrlich gesagt erinnere ich mich an keine sinnvolle Antwort. Doch heute glaube ich, sie zu kennen:
Der Elefant flieht nicht, weil er seit er sehr klein ist an solche Holzpflöcke gebunden wurde. Ich schloss die Augen und stellte mir das wehrlose neugeborene Elefantchen vor, das am Holzpflock angebunden liegt. Ich bin sicher, dass zu dieser Zeit das Elefanchen schob, zog und herumsprang, um sich vom Pflock zu befreien. Trotz seiner Mühen konnte es sich nicht befreien, weil jener Holzpflock wirklich zu fest für es war. Ich stellte mir vor, wie das Elefantchen ermüdet einschlief und am nächsten Tag es nochmal versuchte, und am nächsten Tag wieder, und am darauffolgenden wieder. Bis eines Tages, einem schwarzen Tag für seine Zukunft, das Tier seine Machtlosigkeit akzeptierte und sich mit seinem Schicksal abfand. Dieser enorme Elefant flieht nicht, weil er glaubt, dass er es nicht kann. In sein Gedächtnis hat sich jener Moment eingeprägt, und die Machtlosigkeit, die er als Neugeborener fühlte. Und niemals mehr versuchte er, seine Kraft erneut zu testen.
Wir denken, dass wir viele Sachen nicht können, einfach deswegen weil einmal, vor langer Zeit, als wir klein waren, wir es versucht und nicht geschafft haben. „Ich kann nicht, ich kann nicht, und werde es nie können.“

Freitag, 15. März 2013

Alles bricht über mir ein, es pfeift in den Ohren.

Ich kann
so vielen Leuten
nicht mehr in die Augen sehen.
Ich hasse es,
es ist mir viel zu nah,
es gibt zu viel Preis.
 Stattdessen halte ich mich
verzweifelt
in der Musik fest.
Kopfhörer auf
und raus aus der Welt.
Wenn mich
die Übelkeit packt
und die Panik
mich verschwinden lässt,
bloß weil
eine bestimmte Automarke an mir vorbeifährt.
Wenn es mich
wieder gefangen nimmt
und niemand mich befreien kann.
Ich bin dann wieder
mit dir allein.
Mit einem schwarzen Monster
ohne Gesicht.
Wenn die kalten
und so brennend heißen
Hände mich berühren
und zerquetschen
und auseinanderreißen.
Es bringt mich zum schreien,
doch ich schweige.
Still und laut
ertrage ich es.

Montag, 11. März 2013

Blicke sprechen Bände, doch keiner, so scheint mir, hört zu.

Ich kann ihn nicht ansehen.
Schaue auf den Boden
und betrachte den weißen Flecken
auf dem Boden.
Er rückt immer näher.
Zumindest gefühlt.
Ich verdrehe den Kopf.
Blicke zur Seite
so dass ich ihn nicht mehr sehe.
Ich finde ein Loch in der Wand
und es wird der Mittelpunkt meiner Welt.
Er erzählt
von einem Elefanten
eine wunderschöne,traurige Geschichte.
Ich kenne sie schon,
vielleicht erzähle ich sie hier bald mal.
Doch ich habe Angst.
Seid er mich angegrabscht festgehalten hat
bin ich bei ihm nicht mehr sicher.
Ich möchte wegrennen aus diesem Raum.
Er ist viel zu eng,
furchtbar eng.
Ich verschwinde
in meiner Gedankenwelt
die nur aus Scwärze und Angst besteht.
Ich weiß nicht wo ich genau bin.
Ich weiß nur,
dass ich wieder DORT bin.
Die Angst nimmt mich gefangen
und ich klammere mich verzweifelt an das Loch in der Wand.
Er redet und redet
und ich bin immer weiter weg.
Irgendwann
ruckelt er an meinem Stuhl.
Ich zucke zusammen,
springe kurz auf
nur um gleich danach
in mich zusammenzusinken
und in Embryostelllung
schreiend auf dem Boden zu liegen.
Es ist merkwürdig
ich sehe meine blonden Locken von damals
und weiß, dass ich mich gerade verstecke.
Aber mehr nicht.
Nur noch die Panik.
Ich zerfließe
löse mich auf
zerreiße,
sterbe.

Sonntag, 10. März 2013

Das ist ein anderer Mensch, der mich am Handgelenk greift & wirft & unter seinen Atem zwängt.

Die Worte hassen mich, sie wollen sich mir einfach nicht mehr fügen.
Also ein Kackpost.
Ich hasse es wenn mich jemand anpackt.
Wenn es ein Mann ist...
Wenn nmein Vater mich auch nur berührt
möchte ich ihn anschreien und ihm ins Gesicht spucken.
Ich hasse mich dafür,
aber so ist es.
Und ihr seid die ersten die es erfahren.
Und seit mein Therapeut
mich am Handgelenk gepackt hat
möchte ich nicht mehr in einem Raum mit ihm sein.
Berührungen
sind
ekelhaft.
Ekelhaft.
Ekelhaft.
Ekelhaft.
Ekelhaft.

Freitag, 8. März 2013

Du bist kurz davor und dann kommen die Zweifel.Im bauch und in der Hand Die nicht mehr aufhört zu zittern.

Ich werfe mir meine Jacke um.
Ziehe die Kapuze auf.
Nicht weil ich cool und gangsta sein will,
sondern weil ich mich dann beschützt fühle.
Ich schnappe mir meine Musik
und stopfe gewaltsam die Kopfhörer in die Ohren.
Ignoriere die Wörter
und Schreie der Mädchen.
Ich kann jetzt nicht.
Dann sitze ich auf dem eiskalten Boden.
Die Dunkelheit nimmt mich auf.
Ich verschwimme mit ihr.
Zitternd zünde ich mir eine Zigarette an.
Verliere mich in der Musik
sitze dort und lausche.
Nächste Kippe,
nächstes Lied.
"Und dann kommt diese Sehnsucht
Die nicht weiß, wo sie hin soll
Die dir Flügel verleiht
Und dich gleichzeitig platt macht"
das flüstert mir Bosse ins Ohr.
Und nach der vierten Zigarette
merke ich langsam
ein kratzen im Hals.
Die Kälte weckt mich nach und nach auf,
und ich sehe, dass
ich mir die Hand blutig gekratzt habe.
Noch eine Kippe
und die Toten Hosen brüllen in mein Ohr.
Ich bleibe noch lange dort sitzen,
verliere mich in der Musik
und vergesse die Zeit.
Bis eine Schwester kommt
und mich zurück in mein
Gefängsnis und Zuhause zieht.

Dienstag, 5. März 2013

Denk viel zu selten an mich selbst oder das was für mich zählt Doch mir wär’s lieb dass du auch weißt dass das mit uns für mich was heißt.

Die Sonne
kämpft sich
durch.
Und die Wärme
gibt mir für
einen viel zu kurzen Moment
das Gefühl
am Leben zu sein
und dass das Leben
mir noch etwas
zu bieten hat.
Doch jetzt
ist es
Nacht gewordenen
und mit einem eisigen Windhauch
kommen all die Gedanken
und Gefühle
und Stimmen wieder.
Sie schreien mich an
ich kann nicht zurück schreien.
Ich bin still.
Stumm
und starr.
Höre reglos zu
und lausche
den furchtbaren Liedern.
"Ich versuchte zu schreien. Aber es kam kein Laut heraus. Meine Stimmbänder haben einfach nicht mitgemacht.Alles in mir war ein einziger Schrei. Ein stummer Schrei den niemand hören konnte."(Aus: 3096 Tage,Natascha Kampusch)

Sonntag, 3. März 2013

und ein Teil von dir steckt für immer in mir.

"sollen wir reden, über Liebe 
woran denkst du wenn du davon sprichst?
An Kerzenlicht und an einen Mond der scheint hell, sanft, und schön, 

an Lachen und an Fröhlichkeit und an Hand in Hand gehen
Oder an Schläge, Blutergüsse ,aufgeplatzte Lippen und Schläfen 

denkst du an Himmel oder Hölle?
an fliegen oder Fußboden kriechen?"
Musik
so laut
dass meine Ohren
anfangen nervtötend zu piepen.
Versinken
in Büchern
um etwas zu fühlen.
Um aus dieser Welt zu fliehen
in der sich alles um Essen
Gewicht
Gefühle
und Erinnerungen dreht.
Ich warte darauf
dass meine Erinnerungen
auftauchen.
Ich provoziere sie
indem ich
erschreckende Bücher lese,
Musik mit Texten die niemand sonst hören will
und mit Filmen die in mir Übelkeit verursachen.
Ich weiß nicht was ich will.
Meine Hände zittern
und ich liebe es.
Zu wenig Essen,
zu viele Zigaretten
zu viel Kaffee
zu viele Schnitte.
Alles Müll mal wieder.

Tut mir Leid.